Einnahmen Ausgaben Rechnung und Pauschalierung (Anwendung)

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Übersicht

Grundlegend stellt FreeFinance zwei Gewinnermittlungsarten zu Verfügung:

  • Einnahmen Ausgaben Rechnung
  • Pauschalierung
    • Vorsteuerpauschalierung (nur im Zusammenhang mit der Pauschalierung)

Diese Informationsseite beschreibt die interne Funktionsweise von FreeFinance und zeigt die Tätigkeiten beim Jahresabschluss oder beim Wechsel zwischen den Gewinnermittlungsarten.

Alle möglichen Varianten hinsichtlich

  • Beilage zur Einkommensteuererklärung (E1A)
  • Umsatzsteuervoranmeldung (U30) und Umsatzsteuererklärung (U1)
  • Spezielle Tätigkeiten am Ende des Jahres

beschrieben.

Unterschied: Einnahmen Ausgaben Rechnung und Pauschalierung

In der Einnahmen Ausgaben Rechnung kommen alle eingegebenen, erfolgsrelevanten Belege, dh: Einnahmen und Ausgaben sowie Abschreibungsbuchungen aus dem Anlagenbuch, zur Anwendung. Dh: in der Beilage zur Einkommensteuererklärung und in den Umsatzsteuermeldungen werden alle eingegebenen Belege von FreeFinance automatisch aufgenommen.

In der Pauschalierung gilt dies nicht. Hier müssten grundlegend nur die Einnahmen aufgezeichnet werden. Die Ausgaben werden als Pauschalbetrag von der Summe der Einnahmen berechnet. Zusätzlich können noch spezielle Ausgaben geltend gemacht werden (Details siehe unter Pauschalierung in FreeFinance). Werden auch Ausgaben aufgezeichnet, berechnet FreeFinance automatisch jene erlaubten Ausgaben hinzu. Hierbei kann es jedoch Ausnahmen geben.

Nähere Basisinformationen, Anwendungsbereiche, Umsatzgrenzen und Karrenz- und Bindefristen zur Pauschalierung sind unter Pauschalierung zusammengefasst.

Die Umsatzsteuermethode in FreeFinance

Egal ob in der Pauschalierung oder Einnahmen Ausgaben Rechnung, die Kernfrage der Behandlung der Umsatzsteuer muss zu Beginn des Jahres gefällt werden. Dh: bevor die erste Buchung in FreeFinance erstellt wird, muss diese Klarheit über diese Einstellung bestehen.

Nachträgliche Umstellungen kann nur ein Steuerberater oder Buchhalter über den Berater-Zugang nachträglich ändern. Hierbei sind unter Umstände einige Umbuchungen durchzuführen, die im Wissens- und Verantwortungsbereich der Berater liegen.

Nettomethode

Die Nettomethode ist die normale und gängigste Methode der Aufzeichnung aller Belege. Dabei erscheint die Umsatzsteuer nicht in der Beilage zur Einkommensteuererklärung. Dh: die Umsatzsteuer ist nur ein Durchlaufposten und wir in der Umsatzsteuervoranmeldung und -erklärung aufgezeichnet. In der Einkommensteuer werden nur die Nettobeträge einbezogen.

Bruttomethode

In der Bruttomethode wird die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Einnahme und die bezahlte Umsatzsteuer als Ausgabe in der Beilage zur Einkommensteuererklärung erfasst. Dh: die Umsatz- bzw. Vorsteuer trägt effektiv zum Betriebsergebnis bei. In der Einkommensteuer werden die Bruttobeträge einbezogen.

  • Im Zuge des Abführens der Umsatzsteuer an das Finanzamt stellt dies wiederum eine Ausgabe dar. Diese ist in FreeFinance als eigene Ausgabe mit der Belegart Ust Zahllast (NUR bei Bruttomethode) (3251) unter dem Belegtyp Finanzamt und Steuern zu erfassen.
  • Sollte eine Vorsteuergutschrift bestehen, ist diese in FreeFinance als eigene Einnahme mit der Belegart Vst Gutschrift (NUR bei Bruttomethode) (4991) zu verbuchen.

Diese beiden Buchungen müssen immer anhand des Umsatzsteuervoranmeldungsergebnisses mit dem Datum der Fälligkeit extra erstellt werden. Es ergibt sich folgende Einberechnung der Umsatzsteuer im Finanzjahr:

  • Zahllast laut Umsatzsteuervoranmeldung der Monate 1-10 oder Quartale 1-3 des aktuellen Jahres
  • Zahllast laut Umsatzsteuervoranmeldung der Monate 11-12 oder Quartal 4 des Vorjahres

Unecht umsatzsteuerbefreit

Ist ein Unternehmer unecht umsatzsteuerbefreit, verrechnen er keine Umsatzsteuer und darf sich bei Ausgaben auch keine Vorsteuer abziehen. Alle Aufwände werden inkl. Umsatzsteuer im System eingegeben. Dies gilt für:

Basispauschalierung in FreeFinance

In der Basispauschalierung müssen alle Einnahmen aufgezeichnet werden. Die Summe der Einnahmen ist die Basis für die Ausgabenpauschale. In FreeFinance können die tatsächlichen Ausgaben zusätzlich aufgezeichnet werden. Diese werden jedoch nicht in die Berechnung der Beilage zur Einkommensteuererklärung aufgenommen, mit Ausnahme von folgenden Ausgabengruppen:

  • Wareneingänge laut Wareneingangsbuch (Handelswaren, Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten)
  • Löhne, Gehälter und Lohnnebenkosten (Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Sozialversicherung, Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds, Kommunalsteuer, Dotierung der Abfertigungsvorsorge)
  • Fremdlöhne, soweit sie unmittelbar in Lieferungen oder Leistungen eingehen
  • Beiträge des Unternehmers zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung und ebenso Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie Pflichtbeiträge zu betrieblichen Vorsorgekassen.

Gewinnfreibetrag

In der Pauschalierung ist der Gewinnfreibetrag nicht anwendbar. Der Grundfreibetrag hingegen kann geltend gemacht werden!

Berechnung der Pauschalierung in FreeFinance

Beschreibung Betrag
Nettoumsatz 100.000,--
Wareneinkauf (netto) - 45.000,--
Personalaufwand - 20.000,--
Sozialversicherung, Lohnnebenkosten - 11.000,--
12% Ausgabenpauschale -12.000,--
Gewinn (zu versteuern) 12.000,--

Tabelle: Beispiel zur Ausgabenpauschalierung mit der Nettomethode

Branchenpauschalierung

Spezielle Branchen haben eigene Spezialvarianten für die Pauschalierung. Eine Übersicht inkl. Pauschalierungssätzen ist unter Pauschalierung-Branchenpauschalierung aufgelistet.

Wenn nicht anders angegeben, gelten für die folgenden Branchen spezielle Regelungen:

Handelsvertreter Die Pauschale beinhaltet folgende Ausgaben:

  • Tagesgelder
  • Räume im Wohnungsverband (Miet- und Pachtaufwand Arbeitszimmer (im Wohnungsverband) 7405)
  • Bewirtungsspesen

Alle anderen Betriebsausgaben, wie zB: Internet, Telefon, Miete für Büro oder Lager und PKW- Aufwendungen als Aufwand geltend gemacht werden.

Künstler und Schriftsteller Die Pauschale beinhaltet folgende Ausgaben:

  • Tagesgelder
  • Räume im Wohnungsverband, Miete für Proberäume oder Atelier (Miet- und Pachtaufwand 7400 und 7405)
  • Bewirtungsspesen
  • Büromaterial, technischen Hilfsmittel (Büromaterial (Büroaufwand, Bürobedarf, Kopien, Druckkosten) 7600)
  • Fachliteratur (Fachliteratur und Zeitungen 7630)
  • Telefon
  • Eintrittsgelder, Kleidung und Kosmetika (Werbe- und Repräsentationsaufwand 7650)

Vorsteuerpauschalierung in FreeFinance

In FreeFinance ist die Vorsteuerpauschalierung nur in Zusammenhang mit der Pauschalierung möglich. Sowohl die Anwendung von Brutto- oder Nettomethode ist möglich. Die Einschränkungen auf Umsatzgrenzen werden in FreeFinance nicht geprüft. Die erlaubten Wechsel- oder Karrenzjahre bzw. Bindefristen werden in FreeFinance ebenso nicht geprüft.

Bei der Vorsteuerpauschalierung wird als Basis für die abziehbare Vorsteuer nicht die tatsächlich angefallene Vorsteuer, sondern ein Prozentsatz (aktuell: 1,8%) des Nettoumsatzes als Vorsteuer herangezogen.

Zusätzlich zu diesem Pauschalbetrag können noch folgende Vorsteuern angesetzt werden:

  • Ausgaben für Waren, Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe oder Zutaten (in FreeFinance Belegtyp Waren oder Waren (Gastronomie))
  • Fremdlöhne bzw. Fremdpersonal
  • Grundstücke (Unbebaute Grundstücke 0200)

Diese tatsächlichen Vorsteuern werden in FreeFinance automatisch mitberechnet und in die Umsatzsteuerberechnung einbezogen.

Die Vorsteuern aus der Anschaffung von Anlagen ist grundsätzlich in der Pauschale abgegolten. Eine Ausnahme hierbei stellt die Anschaffung von Anlagen oder Herstellung von Anlagegütern, die mehr als € 1.100,-- netto kosten, dar. FreeFinance berechnet und bezieht die Vorsteuer dieser Anlagen nicht automatisch in die Umsatzsteuerberechnung ein. Sind solche Vorsteuern hinzuzurechnen, muss dies mit folgender Ausgabe einbezogen werden:

  • Belegtyp: Finanzamt und Steuern
  • Belegart: Vorsteuer (2500)
  • Betrag: Vorsteuerbetrag

Handelt es sich um Vorsteuern aus innergemeinschaftlchem Erwerb (2501 mit richtiger Umsatztsteuer) oder Einfuhrumsatzsteuer (2510) sind die entsprechenden Belegarten zu wählen. Alle Vorsteuern, die so eingegeben werden, werden auch in die Umsatzsteuerberechnung mit aufgenommen.

Innergemeinschaftliche Erwerbe oder Reverse Charge

Werden Waren innergemeinschaftlich erworben oder Dienstleistungen aus dem EU-Ausland im Reverse-Charge-Verfahren bezogen, ist unbedingt darauf zu achten, das in FreeFinance die Sonderbuchungsoptionen:

  • Ig Erwerb ohne VST-Abzug oder bei VST-Pauschalierung
  • Reverse Charge ohne VST-Abzug oder bei VST-Pauschalierung (Steuerschuld geht auf den Leistungsempfänger über)

gewählt werden.

Dies hat zur Folge, das im Inland die Umsatzsteuer abgeführt wird, jedoch die Vorsteuer nicht. Die Vorsteuer ist im Rahmen der Vorsteuerpauschale abgedeckt.

Berechnung der Vorsteuerpauschalierung in FreeFinance

Beschreibung Betrag
1,8% Vorsteuerpauschale von 100.000,-- EUR Nettoumsatz 1.800,--
Vorsteuer von Fremdlöhnen 900,--
Vorsteuer von Waren 6.500,--
Manuell eingefügte Vorsteuer von Anlagen größer 1.100,-- EUR Anschaffungskosten 1.500,--
Vorsteuer gesamt 10.700,--

Tabelle: Beispiel zur Vorsteuerpauschalierung mit der Nettomethode

Wechsel von der Einnahmen Ausgaben Rechnung zur Pauschalierung

Beim Wechseln von der Einnahmen Ausgaben Rechnung zur Pauschalierung am Ende des Jahres müssen folgende Punkte beachtet bzw. gegebenenfalls umgebucht werden:

  • Etwaige innergemeinschaftlich erworbene Ausgaben müssen mit der Sonderbuchung "Ohne Vorsteuerabzug oder mit Pauschalierung" verbucht werden. Bereits abgeschlossene Belege können entweder storniert und neu erfasst werden oder über eine Korrekturbuchung am Ende des Jahres korrigiert werden. Diese Korrekturbuchung wird beispielsweise pro Belegart mit Sonderbuchung erstellt. Es werden 2 Zeilen eingegeben: Zeile 1 mit negativem Betrag und der Sonderbuchung "Mit Vorsteuerabzug", Zeile 2 mit dem positiven Betrag und der Sonderbuchung "Ohne Vorsteuerabzug oder mit Pauschalierung". Verwenden Sie immer Netto-Beträge bei der Eingabe.
  • Vorsteuern aus Anlagen über 1.100,-- EUR müssen extra eingebucht werden

Wechsel von der Pauschalierung zur Einnahmen Ausgaben Rechnung

Beim Wechseln von der Pauschalierung zur Einnahmen Ausgaben Rechnung am Ende des Jahres müssen folgende Punkte beachtet bzw. gegebenenfalls umgebucht werden:

  • Etwaige innergemeinschaftlich erworbene Ausgaben müssen verbucht werden mit der Sonderbuchung "Mit Vorsteuerabzug". Die Korrekturen können analog zum Wechsel von Einnahmen Ausgaben Rechnung zur Pauschalierung mit geänderten Vorzeigen in den Belegzeilen erledigt werden
  • Etwaige erstellte Extrabuchungen für die Vorsteuern aus Anlagen über 1.100,-- EUR müssen storniert werden

Wechsel der Umsatzsteuermethode

Der Wechsel der Umsatzsteuermethode ist nur entweder zu Beginn des Finanzjahres oder durch einen Berater möglich.

Hierbei kann es zur Notwendigkeit von Umbuchungen im Bereich der Umsatz- oder Vorsteuer kommen.

Siehe auch

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